Die meisten Menschen verbinden mit dem Wort Zucker automatisch etwas Schlechtes. Zucker macht die Zähne kaputt, Zucker macht dick, Zucker macht krank... Und da ist durchaus etwas dran. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass Zucker (als Glucose und wenn er aus gesunden und vollwertigen Kohlenhydraten stammt) auch die wichtigste Energiequelle für unseren Körper darstellt.

Wenn wir umgangssprachlich von Zucker sprechen, dann meinen wir meistens den weißen (raffinierten) Kristallzucker, auch Industrie- oder Haushaltszucker genannt.

Zucker allgemein zählt zu der Gruppe der Kohlenhydrate. Zu den Kohlenhydraten gehören aber auch alle stärke- und ballaststoffhaltigen Lebensmitteln (also auch alle Früchte-, Gemüse- und Pflanzensorten).

Einfach ausgedrückt handelt es sich bei Kohlenhydraten um Ketten oder Verbindungen, die sich aus sogenannten Einfachzuckern zusammensetzen. Diese Ketten werden dann während der Verdauung wieder in ihre Einzelteile zerlegt. Alle Kohlenhydrate bestehen aus den folgenden drei Einfachzuckermolekülen und unterscheiden sich lediglich in ihrer Länge und Zusammensetzung.

Glucose: Wird auch als Traubenzucker oder Dextrose bezeichnet und findet sich natürlicherweise in Früchten oder Honig.

Fructose: Auch Fruchtzucker genannt finden wir ebenfalls in Früchten und Honig.

Galactose: der sogenannte Schleimzucker findet sich meist in Milch und Milchprodukten.

Der herkömmliche Haushaltszucker besteht zu 50% aus Glucose und zu 50% aus Fructose. Isst du also ein Stück Würfelzucker, wird es später während der Verdauung  wieder in einzelne Glucose- und Fructosemoleküle zerlegt. Das ist wichtig, damit der Körper den Zucker überhaupt aufnehmen und verwerten kann. Die Glucose gelang ins Blut und wird von dort mit Hilfe von Insulin in die Zellen transportiert. Hier kann dann schließlich Energie erzeugt werden.

Insulin ist ein Hormon, dass von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, sobald der Blutzuckerspiegel steigt. Ohne Insulin kann Glukose nicht von den Zellen aufgenommen werden.

Die meisten unserer Körperzellen bevorzugen Glucose für die Energieerzeugung. Ohne diese würde die Zelle und mit der Zeit auch der gesamte Organismus zu Grunde gehen. Unsere Leber und Muskeln sind in der Lage Glucose für „Notzeiten“ zu speichern und nehmen wir zu viel zuckerhaltige Lebensmittel zu uns, dann äußert sich das in wachsenden Fettpölsterchen. Das allein zeigt, dass der menschliche Körper auf Zucker angewiesen ist und immer sicherstellen möchte, dass genug Zucker (Glucose) verfügbar ist. Glucose ist der Hauptenergielieferant für unseren Körper, allerdings in Form von vollwertigen Kohlenhydraten und nicht in isolierter Form.

Übermäßiger Zuckerkonsum kann sich jedoch - ganz besonders, wenn er nicht aus natürlichen Lebensmitteln stammt - auch unglaublich negativ auf den Körper auswirken. Nicht umsonst wird der weiße Industriezucker als einer der größten Gesundheitskiller unserer Zeit bezeichnet.

Es macht einen sehr großen Unterschied, ob man den Zucker so nimmt, wie er auf die Welt kam, nämlich in Form von Früchten, Pflanzen und Gemüse oder ob man ihn in isolierter Form in Speisen und Getränke mischt. Isolierter, industriell hergestellter Zucker ist für unseren Körper deutlich ungesünder, als die natürliche Variante.

Mineral- und Vitalstoff- Dieb

Isolierte Kohlenhydrate wie helle Nudeln, geschälter Reis, Weißbrot und eben auch raffinierter Zucker entziehen dem Körper wichtige Mineral- und Vitalstoffe. Für die Verdauung von Zucker werden nämlich verschiedene Stoffe (insbesondere B- Vitamine, Mangan, Zink, Chrom und Magnesium) benötigt. Isolierter Zucker liefert jedoch leider nichts mehr davon. Das ist besonders fatal, wenn man sich ansonsten auch eher wenig von naturbelassenen, frischen Lebensmitteln ernährt.

Wenn wir den Zucker in seiner natürlichen Form, zum Beispiel aus einer Frucht, essen dann sind dort meist auch genau die Vitamine und Mineralstoffe, die zur Verdauung von Zucker benötigt werden, auf ganz natürliche Weise enthalten. Wir bekommen praktisch ein fertiges Set, das alle Begleitstoffe,  für eine optimale Aufnahme und Verwertung mitliefert. So ist der Körper nicht gezwungen auf Mineralstoffe oder Vitamine zurückzugreifen, die eigentlich an anderer Stelle benötigt werden. Auf Dauer kann das nämlich zu Mangelerscheinungen wie Energielosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten aber auch Depressionen oder innerer Unruhe führen und viele Erkrankungen begünstigen.

Heißhungerattacken – der Teufelskreis

Isolierter Zucker bringt aber auch noch einen ganz anderen bedeutenden Nachteil mit sich. Er gelangt sehr schnell ins Blut, da es keinerlei Begleitstoffe (insbesondere keine Ballaststoffe) gibt, die seine Aufnahme verlangsamen würden.

Wie weiter oben schon erklärt, bewirkt ein Ansteigen des Blutzuckerspiegels, dass die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet, damit der Zucker an seinen Bestimmungsort - in die Zellen - gelangen kann (der Blutzuckerspiegel sinkt). Ein sehr schneller und hoher Anstieg des Blutzuckerspiegels, wie es nach dem Verzehr von isolierten Kohlenhydraten  und Industriezucker der Fall ist, kann dazu führen, dass zu hohe Insulinmengen ausgeschüttet werden und der Blutzuckerspiegel dann in kurzer Zeit von ganz Oben nach ganz Unten fällt. Es kommt zur Unterzuckerung und der Körper signalisiert das, indem er nach noch mehr Zucker verlangt. Ein Teufelskreis, den wohl die meisten von uns kennen und der, ein Mal in Gang gesetzt, gar nicht so leicht zu durchbrechen ist.

Diese extremen Blutzuckerschwankungen überbelasten außerdem auf Dauer die Bauchspeicheldrüse, was auf lange Sicht zur Entwicklung von Diabetes führen kann.

Krank durch zu viel Zucker

Übermäßiger Zuckerkonsum kann mit der Zeit die Ausbreitung von Pilzen und krankheitserregenden Bakterien im Darm und im gesamten Körper fördern.

Grob erklärt leben in unserem Darm „gute“, nützliche Bakterien, die für eine funktionierende Verdauung und die allgemeine Gesundheit unabdingbar sind, aber auch „schlechte“, krankmachende Bakterien und Pilze, die jedoch ungefährlich sind, solange sie sich nicht ungehindert ausbreiten. Man bezeichnet sie in ihrer Gesamtheit auch als Darmflora.

Solange die nützlichen Bakterien in der Überzahl sind, ist die Darmflora im Gleichgewicht und der Mensch gesund. Das Gleichgewicht unserer Darmflora hängt jedoch stark von unserer Ernährung ab. Zucker bietet den schlechten Bakterien und Pilzen die ideale Nahrung und genügend Energie, um sich rasend schnell zu vermehren und auszubreiten.

Nehmen wir also zu viel Zucker zu uns, dann fördern wir damit auf Dauer die Ausbreitung der schlechten Darmbakterien und Pilzen. Die Darmflora gerät aus ihrem gesunden Gleichgewicht. Pilzinfektionen und Erkrankungen aller Art können die Folge sein, ganz besonders, wenn man beachtet, welche enorm wichtige Rolle der Darm im Bezug auf unser Immunsystem spielt.

Pilze können sich übrigens bis in den vorderen Bereich des Dünndarms ausbreiten. Wenn sie dort bereits den eintreffenden Zucker für ihre Zwecke verbrauchen, kann es in Folge dessen sogar zu einem Zuckermangel im Körper kommen. Das äußert sich dann wiederum - ähnlich wie weiter oben beschrieben - in einem unbändigen Heißhunger auf Süßes.

Zu viel Zucker dient aber nicht nur den schlechten Darmbakterien als ideale Nahrungsquelle, sondern auch den Kariesbakterien im Mund (was wir natürlich alle schon seit der Kindheit wissen) und so ziemlich allem anderen, was sich im Körper einnisten und ungewollt ausbreiten kann.

Zucker – Kenne seine Namen

Industriezucker versteckt sich oft auch in Produkten, von denen wir das nicht erwarten würden. Eigentlich ist es schon fast unmöglich ihn vollkommen zu vermeiden. Ganz besonders, wenn man sich zu einem großen Teil von Fertigprodukten ernährt. Isolierter Zucker wird nahezu überall beigemischt, dann der Gaumen liebt das Süße :D

Wer auf seine Gesundheit und Ernährung achtet ist sicherlich mit der Zutatenliste auf den Produkten vertraut. Hier müssen Hersteller auf die Bestandteile, die in ihren Erzeugnissen enthalten sind, hinweisen.

Leider ist Zucker nicht immer so offensichtlich zu erkennen. Zum einen gibt es diverse Bezeichnungen, die es ermöglichen das unbeliebte Wort „Zucker“ zu umgehen, zum anderen wird einfacher Haushaltszucker immer seltener in dieser Form verwendet. Man nutzt heutzutage bevorzugt  Sirup anstatt Kristallzucker, da er sich besser verarbeiten lässt, preiswerter ist und Zucker in den letzten Jahren einen zunehmend schlechten Ruf bekam.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn für den Körper macht es kaum einen Unterschied, ob es sich nun um Kristallzucker oder Sirup handelt. Beides wird auf die gleiche Art und Weise verstoffwechselt und wirkt sich gleichermaßen (negativ) auf die Gesundheit aus.

Falls dir folgende Bezeichnungen über den Weg laufen, weißt du, dass es sich um konzentrierten Sirup bzw. Zucker handelt:

Glucose- Fructose- Sirup, High- Fructose- Corn- Sirup, Stärkesirup, brauner Zucker, Dextrose, Karamell, Rohrzucker, Kandiszucker (und viele mehr)

Zuckeralternativen

Heutzutage werden in den Läden zahlreiche Alternativen zu Zucker angeboten, sodass es schwer fällt sich überhaupt für eine zu entscheiden. Hier kommen ein paar Beispiele und Denkanstöße, zu den verbreitetsten Zuckeralternativen...

Honig

Honig zählt wohl zu den ältesten und bekanntesten Süßungsmittel.  Auch wenn es sich hier mehr oder weniger um ein Naturprodukt handelt, enthält Honig jedoch neben dem Zucker nur vergleichsweise wenig Mineralstoffe, sodass man auch hier von einem konzentrierten Süßungsmittel sprechen kann.

Auch Honig kann sich daher wie oben beschrieben negativ auf Zahn- und Darmgesundheit auswirken.  Honig sollte daher nur in Maßen und in guter (Bio)qualität konsumiert werden. Außerdem handelt es sich natürlich nicht um ein veganes Produkt.

Dicksäfte & Sirup

Für die Herstellung eines Sirups bzw. Dicksaftes, wird der Saft einer Frucht so weit eingedickt, dass eine zähe Flüssigkeit entsteht. Durch diese Art der Verarbeitung bleiben die nützlichen Vitalstoffe der Frucht erhalten, nicht jedoch die Ballaststoffe, die für einen langsamen Anstieg des Blutzuckerspiegels nötig wären. Es handelt sich trotz der enthaltenen Vitalstoffe um ein konzentriertes Süßungsmittel, sodass es auch hier zu den oben genannten negativen Wirkungen kommen kann.

Wichtig: Wer dennoch zu Dicksäften oder Sirup als Süßungsmittel greift sollte sich für Ahorn- Dattel- oder Reissirup entscheiden. Diese Dicksäfte enthalten nämlich einen höheren Anteil an Glucose als Fructose.

Fructose hat eine etwas andere Wirkung im Körper als Glucose. Fructose wird größtenteils in der Leber zu Fetten weiterverarbeitet, die sich in den Fettdepots des Körper sammeln. Fructose in großen Mengen und konzentrierter Form fördert Übergewicht daher noch stärker als Glucose.

Bei der Umwandlung entstehen außerdem schädliche Abbauprodukte, die Leber und Stoffwechsel belasten. Hinzu kommt auch, dass beim Verzehr von fructosehaltigen Lebensmitteln deutlich weniger Leptin ausgeschüttet wird. Es handelt sich dabei um ein Sättigungshormon, dass verhindern soll, dass wir uns überfressen ;-D

Krebszellen sollen außerdem Fructose als Nahrungsquelle bevorzugen und Fructose wird mit der Entwicklung von Diabetes in Verbindung gebracht.

„Ursüße“

Hierbei handelt es sich um Vollrohrzucker, der noch alle ursprünglichen Mineralstoffe des Zuckerrohrs enthält. Damit ist er immerhin  noch "näher an der Natur", als der raffinierte Zucker. Trotzdem handelt es sich um ein industriell verarbeitetes und konzentriertes Produkt.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker, auch Palmzucker genannt wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen. Kokosblütenzucker lässt den Blutzuckerspiegel vergleichsweise langsam ansteigen und enthält aufgrund der schonenden Herstellung deutlich mehr Vitamine und Mineralien als normaler Zucker. Außerdem wirkt er sich auch weniger schädlich auf die Zähne und die Darmflora aus.

Seine Süßkraft ist ein wenig schwächer als die des herkömmlichen Zuckers und er hat einen ganz eigenen Geschmack. Anders als der Name vermuten lässt, schmeckt er nicht nach Kokos, sondern erinnert geschmacklich ein wenig an Karamell.

Xylit und Erythrit

Hierbei handelt es sich um Zuckeraustauschstoffe.

Xylit wird auch als Birkenzucker bezeichnet und aus der Rinde verschiedener Pflanzen gewonnen. Es sieht ähnlich aus wie normaler Haushaltszucker und  besitzt auch eine ähnliche Süßkraft.

Xylit zählt jedoch nicht zu den Kohlenhydraten sondern ist chemisch gesehen ein Zuckeralkohol, sodass es im Körper anders agiert. Es wirkt sich nur geringfügig auf den Blutzuckerspiegel aus und wird daher auch insulinunabhängig abgebaut.

Außerdem können viele der krankheitserregenden Bakterien (auch die Kariesbakterien) Xylit nicht gut verstoffwechseln, sodass es  Karies entgegenwirkt und mittlerweile sogar immer häufiger auch in der Zahnpflege zum Einsatz kommt.

Xylit sollte allerdings zunächst nur vorsichtig dosiert werden, da es in hohen Dosen (die Höhe ist individuell vom Körper abhängig) abführend wirkt. Der Körper ist aber in der Lage sich an Xylit zu gewöhnen, da es in winzigen Mengen auch im Körper vorkommt.

Xylit schmeckt wie gesagt ähnlich süß, wie herkömmlicher Zucker, hinterlässt jedoch ein kühles Gefühl auf der Zunge was für einige vielleicht unangenehm erscheint. Xylit hat außerdem nur ca. halb so viel Kalorien, wie normaler Zucker, (wobei eine gesunde Ernährung sich meiner Meinung nach nicht allein anhand der Kalorien bemisst  - es hat lange gedauert, bis ich zu dieser Erkenntnis kam :D  ).

Erythrit hat ähnliche Eigenschaften wie Xylit, soll aber für sensible Menschen noch besser verträglich sein

!!!Achtung!!! besonders für Hunde und auch Katzen ist Xylit giftig!

Die beste Alternative kommt direkt aus der Natur

Auch, wenn man auf Zuckeralternativen ausweicht, sollte man sie trotzdem nur gemäßigt verwenden und nach Möglichkeit einfach auf ganze Früchte (getrocknete oder frisch) zum Süßen zurückgreifen.

Getrocknete Datteln oder auch Bananen sind beim Backen und Herstellen von Süßspeisen eine tolle Alternative und lassen sich püriert auch sehr gut einarbeiten. Wichtig ist aber auch hier auf gute Qualität zu achten. Einige Hersteller geben zum Beispiel bei getrockneten Datteln noch Sirup hinzu, was hier natürlich nicht von Vorteil ist.